Betriebsaufgabe GmbH: Drei Türen, ein Aktenberg

Für den Ausstieg aus einer GmbH kommen typischerweise drei Wege in Betracht: Verkauf, Stilllegung der Geschäftstätigkeit oder Liquidation. Nur die Liquidation führt bei ordnungsgemäßem Abschluss zur Löschung der Gesellschaft im Handelsregister. Welcher Weg passt, entscheidet sich an drei Fragen: Gibt es einen Käufer, ist noch Vermögen vorhanden, und wie lange wollen Sie die laufenden Pflichten der Gesellschaft tragen? Eines haben alle drei Wege gemeinsam. Die Geschäftsunterlagen verschwinden nicht mit dem Betrieb. Je nach Dokumentart bleiben sie 6, 8 oder 10 Jahre aufbewahrungspflichtig (§ 257 HGB, § 147 AO, Rechtsstand 2026), nach der Löschung der GmbH sogar ausdrücklich 10 Jahre in der Verwahrung eines Gesellschafters oder eines Dritten (§ 74 GmbHG). Diese Seite vergleicht die drei Wege, zeigt je Weg, wer für die Akten zuständig wird, und was die Aufbewahrung kostet.

Die drei Wege im Vergleich (Rechtsstand 2026)

VerkaufStilllegung / ruhende GmbHLiquidation
Passt, wennein Käufer für Anteile oder Betrieb da istdie Gesellschaft später wieder gebraucht wird oder etwas Offenes läuftkein Käufer da ist und das Kapitel endgültig zu soll
DauerWochen bis Monate, abhängig von der Verhandlungunbegrenzt, solange die Pflichten erfüllt werdenmindestens ein Jahr wegen des Sperrjahrs (§ 73 GmbHG)
Gesellschaft besteht danachja, mit neuem Eigentümer (bei Anteilsverkauf)ja, unverändert im Handelsregisternein, sie wird gelöscht
Laufende Pflichtenbleiben bei der GmbH bestehen; der Käufer übernimmt die Gesellschafterstellunglaufen vollständig weiterenden mit der Löschung
Zuständig für die Aktenvertraglich zu regelnGeschäftsführung der ruhenden GmbHVerwahrer nach § 74 GmbHG, 10 Jahre
Weiterlesensiehe untensiehe untenLiquidation GmbH

Kein Weg ist per se der günstigste. Die Kosten entstehen an unterschiedlichen Stellen: beim Verkauf in der Beratung, bei der Stilllegung Jahr für Jahr in Buchführung und Offenlegung, bei der Liquidation einmalig in der Abwicklung. Und in allen drei Fällen in der Aufbewahrung der Unterlagen (Kosten).

Verkaufen: der Ausstieg mit Nachmieter

Beim Anteilsverkauf kann die GmbH unverändert fortbestehen, während der bisherige Gesellschafter seine Beteiligung veräußert; weitere Organ- oder Haftungsfragen sind gesondert zu regeln. Zwei Grundformen sind zu unterscheiden, und sie führen bei den Akten zu genau gegenteiligen Ergebnissen:

  • Anteilsverkauf (Share Deal): Sie verkaufen Ihre Geschäftsanteile. Die GmbH bleibt als Rechtsträger bestehen, sie wechselt nur den Eigentümer. Alle Rechte und Pflichten bleiben in der Gesellschaft, auch die Aufbewahrungspflicht für die Geschäftsunterlagen. Die Akten bleiben damit im Unternehmen und gehen den neuen Gesellschafter etwas an. Der Anteilskauf- und Übertragungsvertrag ist notariell zu beurkunden (§ 15 Abs. 3 und 4 GmbHG, Rechtsstand 2026).
  • Verkauf des Betriebs (Asset Deal): Sie verkaufen einzelne Wirtschaftsgüter, Verträge und Kundenbeziehungen aus der GmbH heraus. Die Gesellschaft selbst bleibt bei Ihnen zurück, oft als leere Hülle, die anschließend liquidiert wird. Die Aufbewahrungspflichten für die Altunterlagen verbleiben grundsätzlich bei der verkaufenden GmbH.

Gemeint ist hier der Verkauf des Unternehmens oder seiner Anteile. Wer den Abverkauf von Warenbeständen und Ladeneinrichtung plant, findet die Reihenfolge dafür im Leitfaden Geschäftsaufgabe.

Die Aktenfrage gehört in den Kaufvertrag. Regeln Sie schriftlich, welche Unterlagen übergeben werden, wer sie wie lange aufbewahrt und wer Zugriff bekommt, wenn das Finanzamt später nachfragt. Ohne diese Klausel streiten Verkäufer und Käufer im Jahr fünf darüber, wer den Ordner mit den Lohnkonten von 2022 herausrücken muss. Praktischer Nebeneffekt: Wer seine Unterlagen für die Käuferprüfung ohnehin sortiert und verzeichnet, hat den Bestand für die Einlagerung schon aufbereitet.

Steuerlich, im Überblick und ohne Anspruch auf Vollständigkeit (Rechtsstand 2026): Der Verkauf von GmbH-Anteilen aus dem Privatvermögen fällt unter § 17 EStG, wenn der Veräußerer innerhalb der letzten fünf Jahre zu mindestens 1 % beteiligt war. Der Gewinn unterliegt dann dem Teileinkünfteverfahren, also der Besteuerung von 60 % (§ 3 Nr. 40 EStG, § 3c Abs. 2 EStG). Der Freibetrag von bis zu 45.000 € nach § 16 Abs. 4 EStG, den Einzelunternehmer und Mitunternehmer ab 55 nutzen können, greift bei einem solchen Anteilsverkauf nicht ohne Weiteres; Einzelheiten dazu stehen im Beitrag Betriebsaufgabe Einzelunternehmen. Welche Vorschrift in Ihrem Fall gilt, hängt davon ab, ob die Anteile im Privat- oder im Betriebsvermögen gehalten werden und wie der Verkauf zugeschnitten wird. Das gehört vor den Vertragsschluss zum Steuerberater, nicht danach. Wir sind Aktenlogistiker und geben keine steuerliche Beratung.

Stilllegen und ruhend melden: die GmbH im Standby

Viele Geschäftsführer suchen nach der „ruhenden GmbH“, weil sie sich das Verfahren sparen wollen. Der Begriff ist verbreitet, im GmbH-Gesetz steht er nicht. Solange die Gesellschaft im Handelsregister eingetragen ist, existiert sie mit allen Pflichten weiter. Sie können das Gewerbe abmelden (§ 14 GewO) und den Geschäftsbetrieb einstellen, die Gesellschaft selbst schaltet das nicht ab.

Was auch bei null Umsatz weiterläuft (Rechtsstand 2026):

  • Buchführung und Jahresabschluss: Die Pflicht zur Buchführung (§ 238 HGB) und zur Aufstellung des Jahresabschlusses (§ 242 HGB) besteht unverändert fort.
  • Offenlegung: Der Jahresabschluss ist beim Unternehmensregister offenzulegen, spätestens zwölf Monate nach dem Ende des Geschäftsjahres (§ 325 HGB). Wer die Frist reißen lässt, riskiert ein Ordnungsgeldverfahren nach § 335 HGB.
  • Steuererklärungen: Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuererklärung sind weiter abzugeben, auch bei einem Ergebnis von null.
  • Organpflichten: Die Gesellschaft braucht einen Geschäftsführer, und dieser bleibt in der Verantwortung, unter anderem für die Aufbewahrung der Unterlagen.
  • Beiträge und Gebühren: IHK-Beitrag und ähnliche Pflichtabgaben können weiterlaufen.

Wann sich die Stilllegung trotzdem lohnt: wenn die Nachfolge sich verzögert und die Gesellschaft in zwei Jahren wieder gebraucht wird. Wenn ein Prozess oder eine Betriebsprüfung noch läuft. Wenn ein Mantel für ein späteres Projekt erhalten bleiben soll. In diesen Fällen kaufen Sie sich Zeit und zahlen dafür mit laufenden Kosten.

Wann sie sich nicht lohnt: wenn nur der Gang zum Notar vermieden werden soll. Buchführung, Abschluss, Offenlegung und Steuererklärung kosten jedes Jahr Geld und Aufmerksamkeit. Nach fünf Jahren Standby hat die Gesellschaft fünf weitere Jahresabschlüsse produziert, die alle aufbewahrt werden müssen. Der Aktenberg wächst, obwohl niemand mehr Umsatz macht.

Und die Akten? Der häufigste Praxisfall sieht so aus: Der Betrieb ist eingestellt, das Büro ist gekündigt, die Ordner stehen im Privatkeller des Geschäftsführers. Die Aufbewahrungspflicht bleibt bei der Gesellschaft und damit in der Verantwortung der Geschäftsführung. Ein feuchter Keller ist dafür genauso wenig geeignet wie eine Garage, und abschließbar im Sinne der DSGVO ist er meist auch nicht (Art. 32 DSGVO). Externe Einlagerung löst beides: Bei 2,4 Regalmetern, das entspricht rund 30 Ordnern mit 8 cm Rücken, liegen die laufenden Kosten unter 2 € netto im Monat (Kosten). Die Unterlagen liegen dann trocken, verzeichnet und zugriffsgeschützt.

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Liquidieren: wenn die Tür endgültig zugeht

Wenn kein Käufer da ist und die Gesellschaft nicht weiter durchgefüttert werden soll, bleibt die Liquidation. Sie ist das förmliche Verfahren, an dessen Ende die GmbH aus dem Handelsregister gelöscht wird. In Stichworten (Rechtsstand 2026):

  1. Auflösungsbeschluss der Gesellschafter (§ 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG; grundsätzlich Dreiviertelmehrheit, sofern der Gesellschaftsvertrag nichts anderes bestimmt) und Anmeldung der Auflösung zum Handelsregister (§ 65 GmbHG).
  2. Liquidatoren übernehmen, regelmäßig die bisherigen Geschäftsführer (§ 66 GmbHG). Die Firma führt den Zusatz „i. L.“.
  3. Gläubigeraufruf in den Gesellschaftsblättern (§ 65 Abs. 2 GmbHG).
  4. Sperrjahr: Das Vermögen darf frühestens ein Jahr nach dem Gläubigeraufruf an die Gesellschafter verteilt werden (§ 73 Abs. 1 GmbHG).
  5. Schlussrechnung, Anmeldung der Beendigung, Löschung.
  6. Danach: zehn Jahre Verwahrung der Bücher und Schriften bei einem Gesellschafter oder einem Dritten (§ 74 Abs. 2 GmbHG). Bestimmt der Gesellschaftsvertrag oder ein Gesellschafterbeschluss keinen Verwahrer, bestimmt ihn das Gericht.

Die vollständige Schritt-für-Schritt-Liste mit Fristen, Registeranmeldungen und der Aktenverwahrung nach § 74 GmbHG steht auf der Seite Liquidation GmbH. Dort finden Sie auch die Checkliste zum Abhaken. Wir wiederholen sie hier bewusst nicht.

Steuerlich, im Überblick: Für die Liquidation gilt eine eigene Gewinnermittlung über den Abwicklungszeitraum. Der Besteuerungszeitraum soll drei Jahre nicht übersteigen (§ 11 Abs. 1 KStG, Rechtsstand 2026). Wie Abwicklungsanfangs- und Abwicklungsendvermögen anzusetzen sind und was bei der Auskehrung an die Gesellschafter anfällt, klärt der Steuerberater vor dem Auflösungsbeschluss.

Ein Sonderfall, der keiner der drei Wege ist: Ist die GmbH zahlungsunfähig oder überschuldet, führt der Weg über den Insolvenzantrag. Die Antragspflicht trifft die Geschäftsführung und ist fristgebunden (§ 15a InsO). Wer stattdessen weiter liquidiert, riskiert die persönliche Haftung. Was in diesem Fall mit den Akten geschieht und wer sie bezahlt, steht im Beitrag Insolvenzakten und Aufbewahrungspflicht.

Archivmanagement mit BlitzArchiv

BlitzArchiv ist das erste komplett automatisierte und anonymisierte Aktenlager. BlitzArchiv übernimmt für seine Kunden die gesetzlichen Anforderungen bezüglich der Aufbewahrungsfristen, des Datenschutzes und der Aufbewahrung von Akten. Mit wenigen Klicks im gesicherten und verschlüsselten Onlineportal bestimmt der Kunde die Einzelheiten von Abholung, Lagerung und Rückholung der Akten oder die Vernichtung der Akten nach Ende der vereinbarten Aufbewahrungsfristen. Der Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO ist standardmäßig Teil des Vertragsschlusses.

Was passiert mit den Akten?

Kurz: Sie bleiben. Die Aufbewahrungspflicht hängt am Dokument, nicht am Zustand des Unternehmens. Diese Fristen gelten unabhängig davon, welchen Weg Sie wählen (Rechtsstand 2026):

  • 10 Jahre: Handelsbücher, Bilanzen, Jahresabschlüsse, Inventare (§ 257 HGB, § 147 AO); GmbH-Unterlagen nach der Liquidation (§ 74 GmbHG)
  • 8 Jahre: Buchungsbelege sowie Lohnkonten und Lohnsteuerunterlagen (§ 147 AO, § 41 Abs. 1 EStG, jeweils i. V. m. BEG IV). Die Verkürzung von 10 auf 8 Jahre gilt seit dem 01.01.2025 und erfasst alle Belege, deren Frist zu diesem Zeitpunkt noch lief. Für bestimmte Institute, beaufsichtigte Versicherungsunternehmen und Wertpapierinstitute gilt eine Sonderregel: Buchungsbelege sind weiterhin zehn Jahre aufzubewahren (§ 257 Abs. 4 HGB; steuerlich ist zusätzlich Art. 97 § 19a EGAO zu beachten).
  • 6 Jahre: Handels- und Geschäftsbriefe (§ 257 HGB)
  • 2 Jahre: Arbeitszeitnachweise nach dem Mindestlohngesetz (§ 17 Abs. 2 MiLoG)
  • 30 Jahre: Unterlagen zur betrieblichen Altersvorsorge (§ 18a BetrAVG); Um es genau zu formulieren: Die Norm regelt die Verjährung von Leistungsansprüchen.

Es gibt keine Pauschalfrist „für die Akte“, die Frist gilt je Dokumentart. Maßgeblich ist, worum es sich bei dem einzelnen Dokument handelt, nicht wie der Ordner beschriftet ist. Die vollständige Übersicht steht in der Fristen-Übersicht.

Wer ist zuständig? Das entscheidet der gewählte Weg:

WegZuständig für die Aufbewahrung
Anteilsverkauf (Share Deal)die GmbH selbst, also faktisch der neue Gesellschafter. Übergabe und Zugriff im Kaufvertrag regeln.
Betriebsverkauf (Asset Deal)die verbleibende GmbH und damit weiterhin Sie.
Stilllegung / ruhende GmbHdie Gesellschaft, in der Verantwortung der Geschäftsführung.
Liquidation und Löschungder Verwahrer nach § 74 Abs. 2 GmbHG, zehn Jahre lang.

Was darf sofort weg? Unterlagen, deren Frist abgelaufen ist und für die kein besonderer Grund zur weiteren Aufbewahrung besteht, etwa eine laufende Außenprüfung oder ein offenes Steuerverfahren (§ 147 Abs. 3 AO). Alles andere bleibt. Fehlen erforderliche Unterlagen, kann das Finanzamt die Besteuerungsgrundlagen schätzen (§ 162 AO), regelmäßig zu Ihren Lasten. Der Schredder steht damit am Ende der Frist, nicht am Anfang der Geschäftsaufgabe.

Zwei Punkte, die bei der GmbH gern übersehen werden:

  1. Die Pflicht überlebt die Gesellschaft. Nach der Löschung ist die GmbH weg, die Unterlagen sind es nicht. § 74 GmbHG verlangt einen benannten Verwahrer für zehn Jahre. Wer keinen benennt, bekommt einen vom Gericht bestimmt. Eine externe Einlagerung mit Verzeichnis erfüllt diese Rolle nachweisbar und nimmt sie aus dem Privatkeller heraus. Den vollständigen Ablauf der Liquidation zeigt die Seite Liquidation GmbH.
  2. Zugriff bleibt nötig. Betriebsprüfung, Nachfrage des Käufers, Anfrage eines ehemaligen Mitarbeiters zum Lohnkonto: Auch nach dem Ende des Betriebs kommen Anfragen. Einzelne Kartons sind bei BlitzArchiv in 2 Arbeitstagen zurück. Zu jedem Fristablauf gibt es 2 Erinnerungen, damit die Vernichtung nicht vergessen wird und nicht zu früh passiert.

Wichtige Gesetze zur Betriebsaufgabe einer GmbH

GmbH-Gesetz (GmbHG)
§ 60 (Auflösungsgründe), § 65 (Anmeldung und Gläubigeraufruf), § 66 (Liquidatoren), § 73 (Sperrjahr), § 74 (Verwahrung der Bücher und Schriften, 10 Jahre), § 15 (Form des Anteilsverkaufs)

Handelsgesetzbuch (HGB)
§ 238 und § 242 (Buchführung und Jahresabschluss), § 257 (Aufbewahrungsfristen), § 325 und § 335 (Offenlegung und Ordnungsgeld)

Abgabenordnung (AO)
§ 147 (Aufbewahrung, 8 und 10 Jahre), § 162 (Schätzung der Besteuerungsgrundlagen bei fehlenden Unterlagen)

Einkommensteuergesetz (EStG)
§ 17 (Veräußerung von Anteilen), § 16 Abs. 4 (Freibetrag bei Betriebsaufgabe), § 41 (Lohnkonten, 8 Jahre i. V. m. BEG IV)

Körperschaftsteuergesetz und Insolvenzordnung
§ 11 KStG (Besteuerung im Abwicklungszeitraum), § 15a InsO (Insolvenzantragspflicht der Geschäftsführung)

Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
Art. 32 (Sicherheit der Verarbeitung), Art. 5 Abs. 1 lit. e (Speicherbegrenzung)

Was kostet die Aufbewahrung?

Die Lagerung kostet 0,82 € netto je Regalmeter und Monat. Rechenbeispiel: 30 Ordner mit 8 cm Rücken belegen rund 2,4 Regalmeter, das sind unter 2 € netto im Monat. Halten Sie diese Zahl gegen den Quadratmeterpreis Ihres Mietvertrags. Der Vergleich fällt für jede Fläche anders aus, eines gilt aber überall: Die Miete läuft weiter, auch wenn der Betrieb ruht.

Die Kostenlogik in drei Blöcken, weil das bei GmbH-Ausstiegen regelmäßig die Rückfrage ist:

  • Einmalig am Anfang: Abholung und Lieferung der Archivkartons.
  • Laufend: die Lagerung je Regalmeter und Monat.
  • Einmalig am Ende: die datenschutzkonforme Vernichtung nach Fristablauf.

Der Bestand schrumpft dabei von selbst. Ältere Jahrgänge haben einen Teil ihrer Frist schon hinter sich und fallen nach Ablauf heraus. Die laufenden Kosten sinken Jahr für Jahr, bis der letzte Karton vernichtet ist.

Was Abholung und Kartons in Ihrem Fall kosten, zeigt das kostenlose Kalkulationstool, unverbindlich und ohne Anmeldung. Es umfasst Abholung, Kartonlieferung, Lagerung und Vernichtung nach Fristablauf. Für den Fall der Fälle: Für die Lagerung gelten die gesetzlichen und vertraglich vereinbarten Haftungsregeln des Lagerrechts sowie der vereinbarte Versicherungsschutz. Einen pauschalen gesetzlichen Lagerhalter-Haftungsbetrag von 620 € je Kubikmeter sieht § 475 HGB nicht vor. Darüber hinaus besteht eine Vermögenshaftpflicht mit 2 Mio. € Deckung. Weitere Einsatzfälle zeigt die Seite Anwendungen.

Steuerlich lassen sich die künftigen Aufbewahrungskosten als Rückstellung ansetzen. Wie sie berechnet wird, mit Rechenbeispiel und Checkliste, zeigt der Beitrag Rückstellung für Aktenaufbewahrung.

Dokumenten­aufbewahrungsfristen interaktiv berechnen

Die Saarbrücker Tabelle liefert Ihnen interaktiv die richtige Dokumentenaufbewahrungsfrist zu über 400 Dokumententypen. Der Dienst ist ein kostenloser Service von BlitzArchiv, genau so wie unsere App Dokumentenaufbewahrungsfristen für iPhone und Android.

So läuft die Einlagerung

Vier Schritte, von der ersten Anfrage bis zur Vernichtung:

  1. Bestand melden. Sie sagen uns, wie viele Ordner oder Regalmeter zusammenkommen und bis wann die Räume leer sein müssen.
  2. Kartons und Abholung. Wir liefern die Archivkartons, Sie packen ein, wir holen ab. Kartonlieferung und Abholung sind Teil des Leistungsumfangs, den auch das Kalkulationstool ausweist.
  3. Übernahmeprotokoll. Sie erhalten ein Protokoll mit Verzeichnis über den eingelagerten Bestand. Das ist das Dokument, das ein Verwahrer nach § 74 GmbHG, ein Insolvenzverwalter oder ein Geschäftsführer zur Akte nehmen kann.
  4. Fristen und Vernichtung. Zu jedem Fristablauf erinnern wir zweimal. Nach Fristablauf führen wir die beauftragte Endeaktion aus, also Rücksendung oder datenschutzgerechte Vernichtung nach dem vereinbarten Verfahren. Einzelne Kartons sind zwischendurch in 2 Arbeitstagen zurück, etwa wenn das Finanzamt nachfragt.

Räumungstermin steht schon fest? Dann nennen Sie ihn gleich in der ersten Nachricht, zusammen mit der ungefähren Menge. Kartonlieferung und Abholung werden auf diesen Termin geplant, und Sie wissen vorher, was Sie unterschreiben.

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Häufige Fragen zur Betriebsaufgabe einer GmbH

Was bedeutet Betriebsaufgabe bei einer GmbH?
Umgangssprachlich das Ende des Geschäftsbetriebs. Rechtlich führen drei Wege dorthin: der Verkauf der Anteile oder des Betriebs, die Stilllegung als ruhende Gesellschaft und die Liquidation mit anschließender Löschung im Handelsregister. Anders als beim Einzelunternehmen endet die GmbH nicht mit der Gewerbeabmeldung, sie besteht bis zur Löschung fort (Rechtsstand 2026).

Kann ich eine GmbH einfach stilllegen oder ruhend melden?
Sie können den Geschäftsbetrieb einstellen und das Gewerbe abmelden (§ 14 GewO). Die Gesellschaft bleibt bestehen, solange sie im Handelsregister eingetragen ist. Buchführung (§ 238 HGB), Jahresabschluss (§ 242 HGB), Offenlegung (§ 325 HGB) und Steuererklärungen laufen weiter, auch bei null Umsatz (Rechtsstand 2026).

Wer bewahrt die Akten nach einem Unternehmensverkauf auf?
Beim Verkauf der Geschäftsanteile bleibt die GmbH als Rechtsträger bestehen, die Unterlagen bleiben in der Gesellschaft und damit beim neuen Eigentümer. Beim Verkauf einzelner Wirtschaftsgüter bleiben die Altunterlagen in der verkaufenden GmbH. Regeln Sie Übergabe, Aufbewahrungsdauer und Zugriff im Kaufvertrag.

Wie lange müssen GmbH-Unterlagen nach der Löschung aufbewahrt werden?
Zehn Jahre. Die Bücher und Schriften sind nach der Beendigung der Liquidation einem Gesellschafter oder einem Dritten in Verwahrung zu geben (§ 74 Abs. 2 GmbHG, Rechtsstand 2026). Fehlt eine Bestimmung im Gesellschaftsvertrag oder ein Gesellschafterbeschluss, bestimmt das Gericht den Verwahrer. Den vollständigen Ablauf zeigt die Seite Liquidation GmbH.

Was kostet es, die Akten nach der Betriebsaufgabe einzulagern?
0,82 € netto je Regalmeter und Monat. 30 Ordner entsprechen rund 2,4 Regalmetern, also unter 2 € netto im Monat. Abholung, Kartons und Vernichtung berechnet das kostenlose Kalkulationstool. Zum Kalkulationstool.

Wie schnell können die Akten abgeholt werden, wenn das Büro geräumt wird?
Nennen Sie den Räumungstermin bei der Anfrage, dann werden Kartonlieferung und Abholung darauf geplant. Den Ablauf in vier Schritten zeigt der Abschnitt „So läuft die Einlagerung“. Zum Abschnitt So läuft die Einlagerung.

Übersicht:

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Ihr neues Aktenlager:

Welchen der drei Wege Sie auch nehmen: Die Ordner gehen ihn mit. Das Kalkulationstool zeigt kostenlos und ohne Anmeldung, was Abholung, Lagerung und Vernichtung für Ihren Bestand kosten. Wenn die Entscheidung auf Liquidation fällt, arbeiten Sie parallel die Checkliste zur GmbH-Liquidation ab. Einen Überblick über alle Formen des Betriebsendes gibt der Leitfaden Geschäftsaufgabe.

*Alle Informationen sind nach bestem Wissen zusammengestellt und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Diese Informationen ersetzen im konkreten Fall weder eine juristische noch eine steuerrechtliche Beratung.

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